Die Züchter des Rassegeflügelzüchterverein 1869 Hohenleuben hatten am Samstag vor Fastnacht zum 148. Taubenmarkt in die Gaststätte Lindenhof geladen. Wechselte dabei in den vergangenen Jahren so manche Taube oder Ente die Besitzer, so machte die Vogelgrippe diesmal einen Strich durch die Rechnung. Die Gefiederten mussten zu Hause bleiben.

Kein Grund aufzustecken und so luden sie am Sonntag, den 10. September 2017 zum dritten Mal zum Hähnewettkrähen ein. „Wir als Verein wollen etwas dafür tun, um unser schönes Hobby bekannt zu machen“, sagte Vereinschef Volker Bauerfeld. Der Traditionsverein zählt momentan 13 Mitglieder. Erst letzte Woche wurde ein neuer Züchter als Mitglied aufgenommen. Zum Hähnewettkrähen wurden 17 Tiere angestellt. Sie gehören 14 Züchtern beziehungsweise Besitzern aus Zeulenroda-Triebes, Pöllwitz, Wildetaube, Hohenölsen, Mospach bei Wünschendorf und Hohenleuben. Die Tiere krähten in jeweils zwei Durchgängen mit jeweils einer halben Stunde Wettkampfzeit. „Manche Hähne glauben, dass die Sonne ihretwegen aufgeht“, schrieb Dichter Theodor Fontane. Die 17 Hähne der verschiedenen Rassen und Größen, die zum Wettbewerb antraten, dachten das sicherlich auch.

Die Kampfrichter zählten genau, wie oft jeder Hahn krähte. Am Ende standen über 850 Striche auf den Wettkampflisten. Nur drei Hähne blieben stumm. Hier wurde über das Schlusslicht ausgelost. Mario Wegner, der vor zwei Jahren das Siegertier stellte und im Vorjahr Dritter wurde, erhielt eine Bratpfanne als Trostpreis. „Vielleicht lag es diesmal an der Startnummer 13“. sagte er. Im Kampf um den Siegerpokal gab es einen knappen Ausgang. Drei Hähne schafften es über die 100er Grenze. Unangetastet blieb der Rekord des Vorjahres, als der Zwerg Brahma des Hohenleubener Christfried Büttner 135 Mal krähte.

Der Siegerpokal ging nach Wildetaube. Der Vorwerkhahn von Lars Herrmann brachte es auf 107 Kräher. Diese Hühnerrasse gibt es seit 1900. Für die Zucht standen 1946 nur noch zwei Hähne und 26 Hennen zur Verfügung. Ein Bestand, der sich heute jedoch wieder erholt hat und das, obwohl die Vorwerkhühner wie viele andere Rassen auch mit modernen Wirtschaftshühnerrassen in puncto Legeleistung kaum mithalten können.

Die beiden anderen Pokale gingen an den Hohenleubener Falk Gerstner, dessen Hahn 103 Mal krähte und an den Pöllwitzer Rolf Reber, dessen Hahn 102 Kräher schaffte.

OTZ/ Karsten Schoß/ 12.09.2017

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