Rasse des Jahres 2019 im Landesverband Thüringer Rassegeflügelzüchter

HERKUNFT & GESCHICHTE

Die Altenburger Trommeltaube ist eine deutsche Haustaubenrasse. Seit über 200 Jahren im Altenburger Land (sächsisch-thüringisches Grenzgebiet) gezüchtet. Schon John Moore berichtet in seinem 1735 herausgegebenen „Columbarium“ von dieser Trommeltaube mit ihrer einzigartigen, langanhaltenden, lauten Trommelstimme.

Der Sonderverein (SV) der Altenburger Trommeltauben-Züchter wurde am 18. Februar 1912 gegründet, damals unter dem Namen „Vereinigung der Züchter der Schmöllner und Altenburger Trommeltauben“ mit Sitz in Schmölln. Die tatsächliche Trennung in Schmöllner und Altenburger Trommeltauben erfolgte bei der Wiedergründung des Sondervereines im Jahre 1923 in Altenburg. Der damalige 1. Vorsitzende war Paul Schmidt aus Altenburg.

In der damals sowjetisch besetzten Zone konnte sich laut Verfügung der Sowjetischen Militäradministration Nr. 325 vom 23.07.1947 der Sonderverein wiedergründen. In den alten Bundesländern dauerte es etwas länger bis ein eigenständiger SV gegründet wurde. 1969 wurde schließlich im Gasthaus des Ehrenmitgliedes und Bayerischen Meisters der Rassegeflügelzucht, Willi Löhner, in unmittelbarer Nähe der Demarkationslinie in Leupoldsgrün der SV der Altenburger Trommeltauben gegründet. Bis dahin waren die Altenburger im SV der Trommeltaubenzüchter organisiert. 1971 wurde der SV in den Verband Deutscher Taubenzüchter (VDT) aufgenommen.

Die Konstellation von zwei Sondervereinen wurde 1990 durch die Aufnahme der Sonderzuchtgemeinschaft (SZG) in den SV beendet. Die Neuwahl brachte die zwei alten Vorstände wieder in ihre Ämter. Christian Schamel wurde 1. Vorsitzender und Klaus Rothe aus Brockau dessen Stellvertreter.

RASSEMERKMALE

Was vor 30 Jahren noch Rassemerkmal war – z. B. runder Kopf – gilt heute als grober Fehler. Auch die Altenburger haben sich in den Jahren immer etwas verändert und weiter entwickelt.

Heute wird ein hochstirniger Kopf mit breiter Stirn gefordert. Der höchste Punkt soll vor den Auge liegen. Weiterhin ist die Form kräftiger und kürzer geworden. Im Rassestandard des Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter (BDRG) wird eine sehr kräftige Feldtaubengestalt mit fast waagerechter Haltung gewünscht.

Ein weiteres Merkmal unserer Altenburger ist das reine Perlauge bei allen Farbschlägen und natürlich die glatten Füße.

Doch das charakteristische Merkmal ist und bleibt die langanhaltende Trommelstimme, die auch unter den Züchtern Wack Wack genannt wird. Diese ist zwar nicht mehr im Standard gefordert, wird aber jedes Jahr zur Trommelleistungsprüfung in Altenburg/ Nobitz abgenommen. Nur dort kann man auch den Titel „Meistertrommler“ erringen.

ZUCHT & HALTUNG

Die Altenburger Trommeltaube ist eine sehr zuchtfreudige Taubenrasse. Ein Zuchtpaar kann bei optimalen Bedingungen sechs bis acht Jungtiere in der Zuchtsaison (Februar-September) aufziehen. Sie stellen keine hohen Ansprüche an Haltung und Fütterung. Im Gegenteil – eine reduzierte Fütterung ist vor allem in den Wintermonaten für den weiteren Zuchtverlauf im Frühjahr von Vorteil.

Durch die Glattfüßigkeit und die relativ vielen einfachen Zeichnungsbilder sind sie auch optimal für Einsteiger geeignet. Man braucht die meisten Farbschläge vor den Ausstellungen nicht viel zu putzen und waschen. Ausgenommen natürlich die weißen, gemönchten und Weißköpfe die geputzt und die weißen teilweise gewaschen werden müssen.

Wobei wir auch schon bei den Farbschlägen angelangt sind. Mit insgesamt 81 anerkannten Farbschlägen bietet sich ein breites Betätigungsfeld für experimentierfreudige Züchter. Viele davon werden aber nur selten gezeigt z.B. Gemönchte oder gescheckte Farbschläge. Bei diesen braucht mann sehr viele Zuchtpaare; um Ausstellungstiere Tiere zu züchten. Es bedarf viel Geduld Ausdauer bei den so genannten seltenen Farbschlägen. Ebenfalls im Aufwind sind gerade die Gelbfahlgehämmerten. Am besten sind die blau mit schwarzen Binden durchgezüchtet, sehr beliebt und weit verbreitet sind auch die erbsgelben (gelbfahl).

DER SONDERVEREIN

Um den Mitgliedern des SV lange Fahrtwege zu Versammlungen zu ersparen, entwickelten sich bis heute sieben Untergruppen. Somit gibt es in vielen Regionen Ansprechpartner für interessierte Züchter. Die Gruppen teilen sich in Altenburg, Bayern, Erzgebirge, Hessen, Nord-West, Thüringen und Vogtland auf. Insgesamt hat der SV 222 Mitglieder, darunter 15 Jugendliche.

Jährlich finden in den einzelnen Gruppen ein bis zwei Gruppensonderschauen statt. Außerdem treffen sich viele Altenburger Züchter einmal im Jahr zur Hauptsonderschau mit Jahreshauptversammlung und einem gemütlichen Züchterabend. Diese wird abwechselnd von einer Gruppe durchgeführt oder organisiert.

Seit 1999 erscheint jährlich das Vereinsinfoheft „Wack Wack“ mit vielen interessanten Berichten aus den einzelnen Gruppen und dem Hauptverein.

Auch in unserem Kreisverband sind einige sehr erfolgreiche Züchter in der Gruppe Vogtland aktiv. Diese hatte auch die Hauptsonderschau 2017 in Unterreichenau ausgerichtet.

Wenn Sie mehr wissen möchten, wenden Sie sich an den Sonderverein der Altenburger Trommeltaubenzüchter:

Oliver Heinbuch / Vorsitzender Hauptverein
Anschrift: Melpertser Straße 14 / 36115 Ehrenberg
Telefon: 0 172 – 86 31 197
eMail: sv1912altenburger@gmx.de

Hermann Männche / Vorsitzender Gruppe Vogtland
Anschrift: Neugernsdorf 6 / 07957 Langenwetzendorf
Telefon: 0 173 – 98 63 480

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